Edit: Jetzt mit Band-Update
VON SIMORG JÖLLER
Im August ist es wieder so weit; das FM4 Frequency Festival, welches seit 2001 Bestand
hat, geht in seine somit elfte Auflage. Wie bereits in den letzten zwei Jahren, bietet das
Frequency ‚2 Festivals in 1‘ – womit die Aufteilung des Festivals in einen Day- und einen
Nightpark gemeint ist. Im Daypark gilt es zu Größen, wie den Foo Fighters, Seeed, The
Chemical Brothers oder Deichkind abzugehen, bevor es dann nach Mitternacht im
Nightpark, an drei Locations, bei DJs wie Boys Noize, A-Trak oder The Bloody Beetroots,
noch einmal so richtig zur Sache geht. Perfekte Bedingungen also für alle, die (wie auch
der werte Verfasser dieser Zeilen) finden, dass Schlaf völlig überbewertet wird.
DIE FACTS:
Termin: 18.08.2011 – 20.08.2011
Location: Green Park St. Pölten
VVK: € 120,- zzgl. Gebühren fürs Campen und Parken
Homepage: http://www.frequency.at/
DIE LOCATION:
Seit 2009 findet das Frequency Festival nicht mehr am Salzburgring, sondern im Green
Park zu St. Pölten statt. St. Pölten ist ein beschauliches, ruhiges Städtchen; hier leben gut 52.000 Menschen. Doch jedes Jahr im August verwandelt sich St. Pölten von der
Landeshauptstadt Niederösterreichs in die Musik- und Partyhauptstadt ganz Österreichs.
Zu den 52.000 Einwohnern gesellen sich ebensoviele gut gelaunte Festivalbesucher, die
St. Pölten ein paar Tage lang ihren Stempel aufdrücken.
Das Campinggelände befindet sich auf einem schmalen Streifen Land beiderseits der
Traisen. Der sich schnell bemerkbar machende Nachteil dieser Arealaufteilung liegt darin, dass die Wege vom Zelt zu den Bühnen, bzw. umgekehrt, schnell den Charakter einer kleineren Wanderung annehmen, da man, um zu den Bühnen zu gelangen, dem Lauf der Traisen bis zum Ende dieses Langgezogenen Campingplatzes folgen muss; außer natürlich, man war früh genug vor Ort und hat sich einen dementsprechend guten
Zeltplatz gesichert. Aber es fällt auch nicht schwer diesen netten kleinen Spaziergängen
etwas Positives abzugewinnen; laden sie doch zum Öfteren Verweilen bei gerade eben
kennengelernten Freunden ein, um sich mit einem oder zwei Bier zu stärken bevor es
wieder weitergeht. Ganz großes Plus ist natürlich die Traisen an sich, und so ist es schon wieder von Vorteil, dass der Streifen bewohnbaren Landes zu beiden Seiten dieses Flusses so schmal ist, denn so hat jeder direkt vor seiner Zelttür einen direkten Zugang zu diesem riesen, gratis Pool. Das Wasser ist seicht, klar und unglaublich Kalt – perfekt also um an
heißen Festivaltagen darin zu sitzen und ein Bier zu kühlen während man bereits ein
anderes genießt.
Ein weiterer Vorteil besteht in dem direkten Übergang des Campinggeländes in St. Pöltner Wohngebiete.
So ist man nicht gezwungen sämtliche Vorräte von Zuhause mitzuschleppen oder teuer im Festivalbereich zu erstehen, sondern kann ganz einfach, für
eine (oder mehrere) Einkaufstoren, die Zivilisation aufsuchen.
Über das Campinggelände verteilt gibt es einige Standpunkte mit Duschen, richtigen WCs und Wasserstellen; Dixi-Klos sind sowieso alle paar Meter aufgebaut. Trotzdem sollte man sich vielleicht einen Platz Flussaufwärts suchen – wer weiß, wie viele die Traisen als Klo missbrauchen.
Der Bühnenbereich umfasst das Areal des VAZ St. Pölten, ein Messe-, Kongress- und
Veranstaltungszentrum. Hier sind neben den drei Bühnen des Day Parks (Race Stage,
Green Stage Weekender Stage) auch eine Menge Stände, bei denen man allerlei Waren
überteuert erstehen kann, untergebracht.
Die drei Bühnen, oder besser gesagt die drei Floors des Night Parks befinden sich ein paar Geh-Minuten Stadteinwärts. Es ist aber auch ein Shuttlebus zu diesen Floors eingerichtet, welcher allerdings (ich spreche aus Erfahrung) so gut wie immer völlig überfüllt ist.
DIE BANDS:
Day Park:
Foo Fighters
Einer der großen, wenn nicht der größte Headliner dieses Jahr sind die Foo Fighters. Die fünf Jungs rund um Dave Grohl reiten auf der Welle des Erfolgs zum Frequency. Mit ihrer derzeitigen LP, Wasting Light, belegten sie sowohl in den USA als auch in UK, in Deutschland und auch in Österreich Platz eins der Album Charts. Es ist das erste Album seit vier Jahren und nun, da die Erwartungen mehr als nur Erfüllt worden sind, ist der Run auf die Foo Fighters wohl riesig.
Seeed
Anscheinend hat Peter Fox das Frequency Festival gefallen, als er hier letztes Jahr Solo
aufgetreten ist, denn dieses Jahr nimmt er auch noch seine zehn weiteren Bandmember
mit und wird als Seed performen. Die Herren arbeiten ja seit Anfang 2010 an einer neuen Platte, welche wahrscheinlich gerade rechtzeitig vor Festivalbeginn in den Verkauf kommen wird.
Auf der offiziellen Internetseite von Seeed heißt es zum neuen Album einfach: ‚Wir sind
wieder im Studio und es wird unglaublich geil werden!‘
The Chemical Brothers
The Chemical Brothers gelten zusammen mit Fatboy Slim und, den im letzten Jahr
aufgetretenen, The Prodigy zu den Begründern des Big Beat. Erst im letzten Jahr erschien ihr bereits neuntes Album ‚Further‘ und auch 2011 waren sie aktiv, sie steuerten den Soundtrack zum Aktuellen Film ‚Hanna‘ (im deutschsprachigen Raum ‚Wer ist Hanna?‘)
bei. Für ihre Live-Auftritte sind die beiden Briten berühmt – man darf also gespannt sein.
Kasabian
Sie sind als Vorband für die Rolling Stones oder U2 aufgetreten, doch mittlerweile gehören sie selbst zu den ganz großen, auch wenn ihre Musik nicht ganz so Massentauglich ist wie die der eben genannten. Im September erscheint ihre neue Platte ‚ Velociraptor!‘ – einen Vorgeschmack gibt’s beim Gig am Frequency.
Rise Against
Rise Against ist bekannt für ihr politisches Engagement. Insbesondere Tierrechte sind der Band wichtig; zwei der Mitglieder sind Veganer, die anderen beiden Vegetarier. Diese Thematiken verpacken die Vier in unglaublich Kraftvolle Punk-Rock Songs und sind damit überaus erfolgreich.
The Ting Ting’s
‚Wir sind die Ting Ting’s und mein Deutsch ist scheiße!‘, so begrüßte Katie White, Sängerin des indie pop duos 2009 die Massen vor der Bühne. Ihr Deutsch war wirklich scheiße aber ihr Auftritt war große Klasse und das darf man sich wohl auch wieder dieses jahr erwarten.
Kaizer Chiefs
Die Kaizer Chiefs sind ein Fußballclub aus Johannesburg, Südafrika. Sie belegten letztes
Jahr den 3. Platz in der Liga, tragen ihre Spiele in dem 95.000 Sitzplätze großen
Finalstadion der WM 2010 aus und waren der Arbeitgeber des Spielers Lucas Radebe. Das ist insofern wichtig, weil eben jener Lucas Radebe auch bei Leeds United gespielt hat; Leeds United wiederum ist der bevorzugte Fußballverein von ein paar britischen Musikern.
Diese Musiker schnappten sich also den Namen, wurden mit Hits wie ‚Ruby‘ berühmt und treten nun beim Frequency auf.
Night Park:
Boys Noize
Boys Noize, oder mit bürgerlichem Namen Alexander Ridha kommt aus Hamburg, lebt in Berlin und war in seiner Anfangszeit vor allem in Frankreich bekannt. Nun ist er aber
längst in ganz Europa ein gefeierter und ein begehrter DJ.
A-Trak
Mit 13 Jahren kaufte sich der kanadische Junge Alain Macklovitch seine ersten Turntables und das erste Mischpult. Mit 18 Jahren wurde er von Kanye West mit auf seine Tour genommen. Heute kennt ihn jeder zumindest als Teil der Band Duck Sauce, welche im letzten Jahr mit Barbara Streisand einen internationalen Superhit landete. Beim diesjährigen Frequency Festival ist er als A-Trak solo am Start und wird sein Können unter Beweis stellen.